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Das Projekt

Mut zur Tat.

 

Als eines der kleinen Dörfer in Thüringen bewegt uns der demografische Wandel, Klima- und Energiepolitik aber auch der Fachkräftemangel sehr.

Damit sich der Ort nicht tatenlos seinem Schicksal ergibt haben die Einwohner, bereits seit einigen Jahren, das Heft des Handelns in die Hand genommen und geben dem Dorf, mit einer überdurchschnittlich gut funktionierenden Dorfgemeinschaft, neue Perspektiven. Auszahlen tut sich dieses Engagement in Lebensfreude, Zusammenhalt, Optimismus aber messbar auch im Zuzug junger Familien. Das mit Abstand größte Projekt ist die Schaffung nachhaltiger Infrastruktur. Mit dem eigenem Abwasser- und Nahwärmenetz verbessert sich nicht nur der die CO2 - Bilanz sondern es wird direkt für den Umweltschutz vor Ort gearbeitet. Unabhängigkeit, sowie langfristige finanzielle Sicherheit sollen den Hauseigentümern die Chance geben einen besseren Lebensstandard auch im ländlichen Raum zu erreichen.

Und dies alles wird wird in eigener, ehrenamtlicher Leistung erbracht. Seit nunmehr fast 2 Jahren schaffen die Bewohner mit ihren eigenem Handeln eine neue Nachhaltigkeit für ihr Dorf.

 

 

Vorhabensbeschreibung

 

 

Eine Schaffung gemeinschaftlicher und langfristig kostenstabiler Entsorgung von häuslichen Abwässern und die Versorgung mit Wärme aus regionaler Biomasse im Ortsteil Gahma wird angestrebt.

Hierbei liegt der Fokus auf der Verwertung von nicht industriell nutzbaren Holz wie auch anfallendes Restholz in und um Gahma.

Der Synergieeffekt des Abwasserkanalbaus soll die Nahwärmeversorgung begünstigen und die Möglichkeit bieten unter anderem den Ort infrastrukturell aufzuwerten. Eine Breitbandversorgung zu ermöglichen, die Gebäudeheizungen mit dem Heizwerk zu vernetzen wie auch Elektrohausanschlüsse aus der Erde zu versorgen, ist eine sekundäres Ziel um den Ortsteil zukunftssicher zu machen und Wohnnebenkosten langfristig stabil zu halten.

 

 

In 2019 werden die Grundstückseigentümer (48 Stück) in Gahma dazu aufgefordert ihre Kleinkläranlagen dem Stand der Technik anzupassen mit Ausnahme von 4 Anlagen, welche diesem  Standard entsprechen. Das führt bei einer Vielzahl von Anwohnern zu einem Kläranlagenneubau und ist neben den baulichen Maßnahmen auch mit Folgekosten verbunden. Wartung, Stromverbrauch, wie auch Verschleiß und die Selbstkontrolle sind dann Aufgaben der Eigentümer. Die Alternative dazu stellt die Zentralisierung der Abwässer dar. Der Zweckverband WALO ist kommunaler Aufgabenträger, aber kann für so kleine Orte keine wirtschaftliche Lösung bieten und verweist daher in seinem Abwasserbeseitigungskonzept auf dezentrale Varianten. Auf Grundlage der Thüringer Kleinkläranlagenverordnung und der Förderrichtlinie für Kleinkläranlagen wurde ein Konzept entwickelt, welches im weitesten Sinne eine zentrale Klärung darstellt. Damit sind die betroffenen Anwohner nicht mehr direkt in Verantwortung, sich auf ihrem Grundstück mit dem als umweltgefährdend eingestuften Abwasser zu befassen.

Der demografische Wandel im Ort zeigt auch, dass die vielen Festbrennstoffheizungen in den Gebäuden immer schwieriger bedient werden können. Die Gestehung des Brennholzes aus dem eigenen Wald bedeutet für die ältere Generation einen unzumutbaren Aufwand und stellt gleichzeitig für die jüngere Generation einen zeitlichen Zwiespalt zwischen Familie, Beruf und Forstwirtschaft dar. Mit der Versorgung von Nahwärme aus dem Heizwerk der Genossenschaft bleiben regionale Wertschöpfungsketten nicht nur erhalten, sondern dienen auch den Hauseigentümern, welche keinen eigenen Wald besitzen.

Umweltpolitische Ziele werden in diesem Zusammenhang auf beiden Seiten der Dienstleistungen erfüllt, ebenso sinkt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

 

Mit Beginn der ersten Leitungsanschlüsse bei den Mitgliedern wird der Wirtschaftsbetrieb aufgenommen. Im Bereich Abwasser sind die Mechanismen sehr einfach strukturiert und werden vorwiegend automatisch geführt. Ein Wartungsvertrag mit einem Fachunternehmen sichert die jährliche Inspektion der Technik ab. Einmal pro Woche wird die Anlage durch den Vorstand oder dessen Beauftragten einer Sichtkontrolle unterworfen. Die Störungsanzeige erfolgt via Gebäudeleittechnik und wird den Verantwortlichen 1:1 digital übermittelt.

Im Bereich der Heizung sind die Abläufe auf Grund der ausgewählten Technik wartungsarm. Hier besteht die Hauptaufgabe bei der Beschickung des Vorratsbunkers für die Hackschnitzel. Dies wird in Kooperation mit dem hiesigen Agrarunternehmen getätigt. Die Hersteller bedingten Wartungen übernimmt ein Service-Betrieb und die weiteren Betriebstätigkeiten können im Zuge der wöchentlichen Sichtkontrollen mit durchgeführt werden. Bei der Heiztechnik wurde das Augenmerk besonders auf Robustheit und Wartungsfreundlichkeit gelegt. Weiter ist die Störungsanzeige auch mit der GLT verbunden und kann in Echtzeit von den Verantwortlichen abgerufen werden.

 

Investitionsplanung

 

Nahwärme

349.728,00

Abwasser

644.160,00

Infrastruktur

55.200,00

Gründungskosten

7.200,00

Grunderwerb und Aufwendung

21.600,00

Gesamtinvestition

1.077.888,00